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Eppendorf, Winterhude, Hamburg: Wie wir miteinander leben wollen

10/6/2019

 
Wie wollen wir miteinander wohnen, miteinander leben, die Zukunft gestalten? ​Gerade die Frage nach der Bezahlbarkeit des Wohnraums ist eine sozialpolitische und stadtplanerische Aufgabe ersten Ranges.
In Winterhude und Eppendorf, aber letztlich in ganz Hamburg müssen wir überzeugende Antworten erarbeiten.
Linke Parteien fordern ein scharfes Verbot für Mieterhöhungen und sprechen sogar von Enteignungen. Aber damit wird keine einzige zusätzliche Wohnung gebaut, im Gegenteil. 
Die Aufgabe besteht vielmehr darin, neben dem sozialpolitischen Ausgleich (der insbesondere über Sozialwohnungen und Wohngeld stattfindet) solche Anreize zu schaffen, dass neue Wohnungen gebaut werden. Eine klassische Aufgabe der sozialen Marktwirtschaft!
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Wir müssen hier besser werden: Wie schwer das ist, zeigen auch Beispiele in Eppendorf und Winterhude.
Die Errichtung zusätzlicher Wohnungen am Ende der Dorotheenstraße in Winterhude scheiterte im Winter an einem Bürgerbegehren. Zwar hatten sich SPD, Grüne, FDP und CDU-Fraktion im Bezirk weitgehend für die Bebauung ausgesprochen, aber das Bauvorhaben wurde krachend abgelehnt. - An diesem Wochenende wird über den Baubeginn nach Abriss eines Gebäudes in der Hegestraße in Eppendorf gestritten. "Der Abriss an der Hegestraße ist aus zwei Gründen bedauerlich,", sagt MoPo-Redakteur Thomas Hirschbiegel: "36 Mieter verloren ihre preiswerten Wohnungen und wieder verschwanden in unserer Stadt historische Gebäude."
Dieses Bedauern teile ich sehr. Aber wenn es dann zugespitzt bei der Morgenpost heißt  "Symptomatisch für ganz Hamburg: Die Wohnungsvernichter von Eppendorf" (s.o.), dann trifft das allenfalls einen Teil der Diskussion. Im konkreten Fall wurde augenscheinlich alles korrekt gehandhabt. Aber der Fall polarisiert.
Meine drei Punkte:
  1. Modernisierungen und Neubauten gehören zu einem Wohnungsmarkt, der attraktiven Wohnraum bietet, eindeutig dazu. Unser Wohnungen haben deswegen so hohe Qualität, weil laufend investiert, modernisiert und neu gebaut wird! Für diese Maßnahmen greifen Markt, Bau- und Sozialrecht in der Regel in zuverlässiger Weise ineinander. Ich glaube, dass das weitgehend unbestritten ist, auch wenn immer wieder Ausnahmen die Regel bestätigen mögen.
  2. In einer wachsenden Stadt werden wir um Nachverdichtung nicht umhin kommen. Dafür müssen mehr bezahlbare Wohnungen gebaut werden. Aber hier ist schon weit weniger eindeutig, wie sich diese Baumaßnahmen verteilen sollen. Viele sagen "Ja, aber nicht in meinem Hinterhof", s. Dorotheenstraße/Mühlenkampkanal. 
  3. Und damit sind wir beim sozialen Kernproblem, bei dem unsere gesamtgesellschaftliche Aufgabe erst richtig beginnt: Wohnen berührt unmittelbar die soziale und kulturelle Beheimatung von uns allen. Wenn wir uns in unseren "eigenen" vier Wänden sicher fühlen wollen, dann  beinhaltet dies auch die Sicherheit, langfristig darin wohnen zu können. Auch geht es um die kulturelle Heimat in unserem Quartier. Ich sage z.B. gerne "Mein Winterhude" und habe dabei ein klares Gefühl, wie es sich anfühlt, hier zuhause zu sein.
Vor diesem Hintergrund geht es mir um sozialen Ausgleich und um einen funktionierenden Markt (s.o.). Es muss sich für Unternehmen und Bauherr/inn/en lohnen, Wohnraum zu schaffen. Von städtischer Seite aus geht es um den Ausweis von mehr Bauland, von neuen Quartieren, um neue Ideen zur Nachverdichtung (z.B. Aufstockung bislang eingeschossiger Supermärkte und Tankstellen), um das Mitwachsen der Infrastruktur. Es geht um effiziente staatliche Verfahren.  Vor allem aber geht es um die soziale Funktion unserer Stadtteile und Quartiere und darum, wie wir in Zukunft miteinander leben, wohnen und arbeiten wollen. 
Darüber müssen wir reden! Wichtig ist, dass wir mehr in die Diskussion vor Ort gehen, dass auch "bottom up" geplant wird. Es ist politische Führungsaufgabe, dies zu ermöglichen. Mit dem Think Tank Urbanista hatten wir Anfang des Jahres in diesem Sinne einen großartigen Workshop zum Thema Stadtentwicklung. Für mich ist klar: Stadtentwicklung und Wohnungsbau brauchen den Dialog vor Ort.
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