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katholische Bildungspleite

6/7/2018

 
Die Schließung von fünf katholischen Schulen lässt sich wohl nicht mehr abwenden, die Rettungsinitiative der Schulgenossenschaft ist gescheitert, drei weitere Schulen sind in Gefahr: Im Januar hatte der Generalvikar des Erzbistums Hamburg verkündet, dass fünf katholische Schulen ganz sicher und drei katholische Schulen womöglich geschlossen werden müssen - ansonsten drohe die Pleite des Bistums, ein Abrutschen in Hunderte Millionen Euro von Schulden (vgl. den Bericht in "Die Zeit"). Erzbischof Stefan Heße verschanzte sich lange Zeit, die Öffentlichkeitsarbeit der katholischen Kirche wurde zum Lehrstück, wie man es nicht machen sollte. Jetzt kommt das Aus (den Brief des Erzbischofs finden Sie, wenn Sie auf das Logo des Erzbistums klicken).
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(c) Erzbistum Hamburg

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Nun mag das Erzbistum bereits bei seiner Errichtung nicht auskömmlich finanziert gewesen sein. Und sicher: Finanzielle Stabilität ist ein hohes Gut - dafür setze ich mich in unserem Gemeinwesen seit Jahren ein -, und das gilt natürlich auch für die Kirchen. 
​Aber zu Recht kritisiert
Matthias Iken heute im Hamburger Abendblatt das Erzbistum Hamburg scharf (bitte auf das Abendblatt-Logo klicken, um zum Leitartikel zu gelangen):
"Der Mut vieler Katholiken, bei der Rettung der Schulen zu helfen, schlägt in Wut um: Aufrufe zum Austritt machen die Runde, selbst engagierte Christen erwägen diesen radikalen Schritt. In vielen Gemeinden herrscht Untergangsstimmung. Eine Kirche, die nur noch von Zahlen regiert wird, verliert jede Spiritualität. Wo Angst regiert, geht Hoffnung verloren. Wo Trübsal ist, verflüchtigt sich die frohe Botschaft. Viele Wohlmeinende verstehen ihre Kirche nicht mehr."
Entscheidend ist der inhaltliche Punkt: Mit erstklassigen kirchlich getragenen Schulen gewinnt die katholische Kirche unmittelbare Relevanz für das gesellschaftliche Leben in dieser Stadt, für Kinder und Eltern, für Bildung und Zukunftsgestaltung. In acht Fällen verschiedet sich nun ein zahlengetriebener Verwaltungsapparat aus dem Leben in Hamburg. Der seelsorgerischen Leitung des Erzbistums, konkret: Dem noch neuen Erzbischof hätte das nicht passieren können. Natürlich erwarten wir von der Kirche, dass sie ihre Zahlen im Griff hat. Aber: Das Vertrauen, dass die Prioritäten in der katholischen Kirche im Erzbistum Hamburg richtig gesetzt werden, ist schwer erschüttert.
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